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Weshalb werden nicht alle Waffenproduzenten zum Ausschluss empfohlen?

Der SVVK-ASIR stützt sich bei seinen Empfehlungen auf Schweizer Gesetze und internationale Konventionen. Explizit verboten sind gemäss diesen Gesetzen Hersteller von Personenminen, Streumunition, Biologischen und Chemischen Waffen. Die Entwicklung, Herstellung, Lagerung und der Vertrieb von konventionellen Waffen sind in der Schweiz und auch international grundsätzlich nicht verboten. Ein weiterer Grund, weshalb der SVVK-ASIR nicht alle Waffenfirmen zum Ausschluss empfiehlt, ist die Tatsache, dass die Schweiz zur Wahrung ihrer Souveränität eine eigene Armee hat. Zur Ausübung ihrer Tätigkeit ist sie auf den Gebrauch von konventionellen Waffen angewiesen. Ein Teil dieser Waffen wird von Unternehmen in der Schweiz hergestellt. Solange diese Rüstungsfirmen nicht gegen das Schweizer Kriegsmaterialgesetz verstossen, fehlt dem SVVK-ASIR die objektive Basis für eine Empfehlung zum Ausschluss.

Weshalb werden Nuklearwaffen nicht ausgeschlossen?

In Anlehnung zum Abkommen über die Nichtverbreitung von Nuklearwaffen unterscheidet der SVVK-ASIR zwischen Kernwaffen- und Nichtkernwaffenländern. Erstere dürfen Nuklearwaffen entwickeln, produzieren und lagern. Den Nichtkernwaffenländern sind diese Aktivitäten untersagt. Da die Schweiz nicht zu den Kernwaffenländern zählt, sind Nuklearwaffen laut dem Schweizer Kriegsmaterialgesetz für Schweizer Firmen verboten. Beispielsweise ist es einem amerikanischen oder französischen Rüstungskonzern erlaubt, Nuklearwaffen zu produzieren und zu vertreiben, solange diese nicht an ein Nichtkernwaffenland geliefert werden. Deshalb empfiehlt der SVVK-ASIR nur den Ausschluss von Rüstungsfirmen, die Nuklearwaffen in einem Nichtkernwaffenland herstellen, oder diese an Nichtkernwaffenländer verkaufen.

Auf welche Informationsquellen stützen sich die
Ausschlussempfehlungen für geächtete Waffen?

Für die Empfehlungen zum Ausschluss von Herstellern geächteter Waffen arbeitet der SVVK-ASIR mit der Research Firma ISS-Ethix zusammen. Diese beschäftigt ein Team von Spezialisten mit langjähriger Erfahrung im Rüstungsgütersektor, welche das nötige Detailwissen über die unterschiedlichen Waffenprogramme und Zugriff auf die relevanten Informationsquellen haben. Die Ergebnisse der Analysen werden anschliessend intern und mit Hilfe anderer externen Quellen plausibilisiert und im Vorstand diskutiert. 

Weshalb werden Firmen, die Menschenrechte missachten oder Umweltschäden verursachen nicht ausgeschlossen?

Der Verein hat eine Reihe von Firmen identifiziert, welche systematische und potenziell schwerwiegende Verletzungen der normativen Kriterien aufweisen. Mit diesen Firmen wird in einem ersten Schritt ein Dialog angestrebt, welcher über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren dauern kann. Wenn dieser Prozess zu keiner Verbesserung des Verhaltens der Firma führt, oder die Firma einen Dialog verweigert, prüft der SVVK-ASIR einen Ausschluss. Während dieser Phase des Dialogs gibt der Verein keine Informationen zu den Unternehmen bekannt. 

Weshalb werden Firmen mit hohem CO2-Ausstoss (Pariser Abkommen) nicht zum Ausschluss empfohlen?

Der Verein stützt sich bei seinen Empfehlungen auf geltendes Schweizer Gesetz und internationale Konventionen, welche von der Schweiz ratifiziert wurden. Im September hat der Bundesrat das Klimaabkommen in die Vernehmlassung geschickt. Davon abhängig wird der Bundesrat eine Gesetzesvorlage ausarbeiten, welche anschliessend im Parlament diskutiert und verabschiedet wird. Die Vorlage unterliegt dem Referendum. Sollte eine Änderung der bestehenden Gesetze und Verordnungen Auswirkungen auf Investitionen in Firmen mit hohem CO2-Ausstoss haben, würde dies in den Screening-Kriterien des SVVK-ASIR reflektiert werden. 

Welche Anlagekategorien werden von SVVK-ASIR abgedeckt?

Es werden die Aktien- und Obligationenbestände der Portfolien nach den normativen Kriterien des SVVK-ASIR überprüft.